Es kann jeden irgendwann einmal treffen, dass man öfter hintereinander krank wird und dann eventuell vom Arbeitgeber zum Betriebsarzt geschickt wird. Sollte man sich davor fürchten? Was soll man beachten?

Zuerst kann man sagen, dass der Betriebsarzt nur zur Sicherheit des Arbeitgebers eingeschaltet wird, damit dieser die Möglichkeit hat, euren Krankheitszustand besser einzuschätzen. Er ist nicht dazu da, um die Krankmeldung eures Arztes aufzuheben. Wenn ihr bereits in Behandlung seid, dann kann der Betriebsarzt für euch auch als eine zweite Meinung Unterstützung bieten.

In erster Linie solltet ihr den Arzt auf seine Schweigepflicht hinweisen. Dies ist zwar eigentlich selbstverständlich, aber man weiß ja nie. Ein Betriebsarzt hat eine beratende Funktion und hilft dem Unternehmen, die Arbeitsbedingungen „gesund“ zu halten, um häufige Krankheitsfälle zu vermeiden.

Ihr braucht daher keine Angst zu haben, sollte der Arbeitgeber einen Besuch beim Betriebsarzt anordnen. Das Vorsprechen verläuft ähnlich eines echten Arztbesuches und ihr werdet erst einmal allgemein gefragt, wie es euch geht. Hier bleibt es euch dann überlassen, wie viel ihr erzählen wollt bzw. müsst, um die aktuelle Situation zu erläutern. Ihr solltet unbedingt dem Betriebsarzt auch erklären, was ihr bereits alles unternommen habt, um wieder gesund zu werden, bzw. um gesund zu bleiben. Sollte die Krankheit eventuell mit Bedingungen auf der Arbeit zusammenhängen, dann scheut euch nicht, dies anzusprechen. Selbst wenn es euch in dem Moment nicht weiter bringt, so kann es jedoch dazu führen, dass der Arbeitgeber zum Handeln gezwungen wird, dies in Zukunft zu unterbinden. Da wäre es auch natürlich am Besten, wenn dies auch andere Mitarbeiter bei einem Besuch bei dem Betriebsarzt erwähnen würden.

Sollte der Arbeitgeber von euch verlangen, dass ihr während einer Krankmeldung zum Betrieb fahren sollt, um dort den Termin bei dem Arzt wahrzunehmen, dann lehnt dies auf jeden Fall ab und fragt nach einem Betriebsarzt in eurer Nähe. Zumindest in den Niederlanden seid ihr als Grenzgänger gesetzlich nicht dazu verpflichtet. Dort ist jedoch der Arbeitgeber verpflichtet, euch einen Betriebsarzt in eurer Nähe zu nennen, den ihr besuchen könnt.

Wenn ihr euren Termin dort dann wahrnehmen müsst, nehmt gerne auch alle eure Medikamente mit, die ihr einnehmt, um wieder gesund zu werden und eventuell auch eure Befunde. Somit kann der Betriebsarzt den allgemeinen Zustand besser einschätzen.

Ein kleiner Tipp von mir: Sagt nur das, was nötig ist. Je mehr ihr preis gebt, desto mehr Munition gebt ihr eventuell an den Arbeitgeber. Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass etliche Betriebsärzte mehr weitergeben, als sie dürften.

Mein Fazit:

Ihr braucht vor dem Besuch bei dem Betriebsarzt keine Angst haben. Er soll lediglich als Berater für den Arbeitgeber eure gesundheitliche Situation einschätzen. behandeln, krankschreiben oder ähnliches kann nur der „echte“ Arzt.