Wenn uns das Jahr 2020 etwas gelehrt hat, dann dass man nicht alle Situationen vorausplanen kann. Somit ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass einige Unternehmen sich in der schwierigen Zeit völlig hilflos fühlen und dadurch auch leider Fehlentscheidungen treffen, sich weiter verschulden oder sogar gänzlich bankrott gehen. Dies geschieht natürlich dann auch zu Lasten der Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit geschickt oder sogar gekündigt werden.

Aber auch die Stimmung ist in einigen Betrieben sehr trüb geworden. Es lastet ein höherer Druck auf den Angestellten, die nicht nur zum Einen versuchen müssen, die Aufgaben auch trotz der Kurzarbeit zu erledigen, die ja nicht weniger geworden sind (als Beispiel sei nur mal die Mehrwertsteuer-Senkung zu nennen, die für viele Sonderaufgaben in den Betrieben gesorgt hatte), zum Anderen ist natürlich auch die private Belastung höher, wenn die Kinderbetreuung nicht gewährleistet werden kann oder es den Großeltern gesundheitlich nicht so gut geht, man sie aber leider nicht besuchen kann.

Corona hat uns alle fest im Griff, das kann man nicht mehr abstreiten. Aus diesem Grund ist auch die Entscheidung, ob man den Job wechseln sollte, in der aktuellen Situation umso schwieriger. Zu einer Zeit, in der fast nichts mehr im Voraus planbar ist, möchte man verständlicherweise nicht noch ein unbekanntes Gewässer erobern müssen. Doch was sollte man tun, wenn man nun eben trotzdem den Job wechseln muss oder will?

Welche Stellenangebote gibt es aktuell?

Verschafft euch erst einmal einen groben Überblick darüber, was es derzeit für Stellenangebote gibt und vor allem, welche Firmen derzeit überhaupt suchen. Es kann nämlich sinnvoll sein, auch nähere Informationen über die einzelnen Unternehmen zu sammeln. Somit kann man auch durchaus auf Portalen wie „Kununu“ oder auch „Xing“ und „LinkedIn“ erkennen, ob derzeit viele Kündigungen ausgesprochen wurden und ob derzeit die Stimmung durch Kurzarbeit, etc. umgeschlagen ist. Teilweise findet sich auch auf Facebook die ein oder andere Information, da sollte man einfach mal ausgiebig recherchieren.

Welche Branchen sind in der Krise stark?

Wir alle mussten leider feststellen, dass einige Branchen besonders unter der Corona-Krise leiden und eine Besserung ist da derzeit noch nicht in Sicht. Gastronomie, Reise- und Eventbranche, sicherlich auch viele Betriebe, die von der Kurzarbeiterregelung Gebrauch machen müssen, werden eventuell bei einem weiteren Lockdown oder einer Verlängerung der Maßnahmen das Tuch an den Nagel hängen müssen. Somit macht es durchaus Sinn, auch zu überlegen, ob eine andere Branche für einen selber in Frage kommen könnte. Schließlich wäre es die Mühe nicht Wert, wenn man bei einem neuen Arbeitgeber anfangen würde und dieser dann direkt schließen muss und man arbeitslos wird. Hier zeichnen sich aktuell besonders die Unternehmen aus, die nicht nur innovative Ideen haben, sondern eventuell auch finanziell gut aufgestellt sind, um das Geschäftsmodell auch innerhalb von Krisen aufrecht zu erhalten.

Einige Unternehmen schaffen auch völlig neue Berufsfelder und schöpfen alle Möglichkeiten aus, die Digitalisierung voran zu treiben. Viele Online-Shops sind in letzter Zeit aufgestellt worden, sowie auch etliche Lieferdienste. Ganz klar gehen hier die Online-Händler alle mit einem großen Umsatz an die Führungsspitze. Generell besteht in der IT- und der Digitalisierungs-Branche auch aufgrund von Corona weiterhin viel Bedarf an gutem Personal. So sind im Verwandten- und Bekanntenkreis trotz Corona Jobwechsel in diesen Bereichen während der Pandemie kein Problem gewesen.

Mit welchen Risiken muss man rechnen?

Eines der größten Risiken, auch außerhalb der Pandemie, ist das Risiko einer Erkrankung innerhalb der ersten 4 Wochen bei dem neuen Arbeitgeber. Während einer Pandemie könnte dies natürlich noch leichter eintreten als sonst. Denn innerhalb dieser Zeit wird der Arbeitgeber von seiner Lohnfortzahlungspflicht befreit und man erhält stattdessen direkt Krankengeld bis zu einer Dauer von 28 Tagen. Anschließend würde dann jedoch der Arbeitgeber wieder für bis zu 6 Wochen 100% Lohn fortzahlen müssen, nur um dann die Zahlung anschließend wieder an die Krankenkasse und das Krankengeld weiter zu geben. Den dadurch entstehenden Papierkram möchte sicherlich niemand übernehmen.

Ebenso gilt natürlich wie sonst auch während der Probezeit, dass eine Kündigung mit einer Kündigungsfrist von normalerweise zwei Wochen ohne Grund möglich ist. Von dieser könnte ein Arbeitgeber also auch Gebrauch machen wenn es z. B. finanziell schlechter werden sollte. Und was würde sich besser anbieten, als die Leute, die zuletzt gekommen sind und noch leicht zu kündigen sind, wieder nach Hause zu schicken?

Wem es eventuell schwer fallen sollte, sich direkt selber in neue Aufgabengebiete einzuarbeiten, der könnte es zudem in einem neuen Job schwer haben Fuß zu fassen. Denn dieser beginnt aufgrund der aktuellen Lage auch nicht selten direkt im Home-Office. Somit fehlt einem grade zu Beginn der direkte und persönliche Kontakt mit seinen neuen Kollegen. Man kann sich auch schnell einsam fühlen.

 

Fazit:  Jobwechsel während Corona?

Ja, aber nur, wenn man es sich leisten kann wenn es am Ende doch nicht klappt!

Wer sowieso aktuell einen gesicherten Arbeitsplatz hat und sich eigentlich noch recht wohl fühlt, der sollte den Jobwechsel gut überlegt angehen oder aufschieben.
Die Pandemie zeigt uns grade, dass man tatsächlich froh sein kann, aktuell überhaupt eine Arbeit zu haben, mag sie auch noch so nervig sein.

Alles auf eine Karte setzen und dann eventuell mit leeren Händen da zu stehen sollte aber gut überlegt sein, grade dann wenn man eine Familie ernähren muss und kein finanzielles Polster hat um mit dem Arbeitslosengeld über die Runden zu kommen.

Also, eventuell besser noch einmal die Zähne zusammenbeißen und abwarten oder jetzt den Sprung wagen, neue Wege zu gehen? Das muss leider jeder für sich selber wissen…