Ihr habt es endlich geschafft und einen neuen Job gefunden. Dafür habt ihr alle eure Tricks angewandt und euren Charme spielen lassen. Jetzt beginnt in der Regel die „Einarbeitungsphase“, ihr lernt neue Systeme kennen, macht euch mit neuen Arbeitsprozessen und Kollegen vertraut.

Die erste Zeit ist ziemlich ermüdend, anstrengend und mit sehr viel Input versehen, doch grade jetzt sind alle Augen auf euch gerichtet:
Schließlich möchte der Arbeitgeber ja, dass es sich gelohnt hat, in euch zu investieren. Darum solltet ihr auch unbedingt die größten Fehler im neuen Job vermeiden.

Hier sind einige Beispiele und Tipps, wie ihr diese klassischen Fehler vermeiden könnt:

  1. Nicht mitschreiben
    Das kann bereits euer Ausschlusskriterium sein. Denn es gibt für einen „Trainer“ nichts ärgerlicheres, als dass ihr seine mühsam vorbereiteten Anleitungen nicht notiert. Zeigt daher Interesse an den Dingen, die euch nahegelegt werden. Es ist nicht nur nützlich für euch, da ihr mit euren eigenen Worten die Prozesse oftmals für euch verständlicher notieren könnt, als diese eventuell in den Schulungsunterlagen aufgeführt werden, sondern ihr könnt zudem auch später immer wieder darauf zurückgreifen und erspart euch wiederholende Fragen. Notiert euch vor allen Dingen auch wichtige Tipps und nutzt hier gerne mal den altbekannten Helfer, den Textmarker.
  2. Fehler unter den Teppich kehren
    Natürlich passieren euch grade zu Anfang noch recht häufig Fehler. Die meisten sind vernachlässigbar und ihr entdeckt diese auch schon häufig selbst. Dennoch solltet ihr immer offen darüber mit eurem Vorgesetzten sprechen und euch quasi „selbst anzeigen“. Das wirkt immer ehrlich und auch fürsorglich, so traut man euch auch mehr zu. Seid bereit, diese Fehler zu melden und bittet auch unbedingt um Unterstützung bei der Fehlerbehebung, um diese zukünftig vermeiden zu können. Eurem Vorgesetzten zeigt dies, dass ihr bereit seid, aus Fehlern zu lernen und auch Kritik annehmen könnt.
  3. Die Ersten werden die Letzten sein
    Zu Beginn wollt ihr oft mit eurem Engagement punkten und seid daher oft die Ersten am Arbeitsplatz und die Letzten, die gehen. Daran ist sicherlich nichts Schlechtes für euren Arbeitgeber zu sehen, jedoch ist die Gefahr sehr hoch, dass ihr zu schnell ausgebrannt seid und das noch bevor eure Karriere richtig angefangen hat. Ihr legt außerdem die Messlatte sehr hoch und schnell wird eben diese Arbeitsleistung immer von euch erwartet. Natürlich sollt ihr auch nicht zu spät dran sein, das kann ebenfalls schaden. Richtet euch hier am besten immer etwas Puffer ein und geht gerne auch auf der Arbeit noch eine Runde um das Gebäude, ehe ihr euch an euren Schreibtisch begebt und mit der Arbeit anfangt. Gegen 10 Minuten eher da sein und 10 Minuten länger bleiben wird niemand etwas haben, es wird euch aber auch niemand dafür danken.
  4. Besserwisser spielen
    Macht euch nicht direkt zu Anfang bei euren Kollegen unbeliebt mit Aussagen, dass ihr etwas anders gelernt habt oder in eurem alten Job etwas besser gemacht habt. Die Möglichkeit, dass Ihr Prozesse gemeinsam weiter optimieren könnt, wird noch früh genug kommen. Nehmt bitte erst einmal nur alles auf und macht euch stillschweigende Notizen an den Rand, um diese später bei einem geeigneteren Zeitpunkt parat zu haben. Niemand möchte mit einem Besserwisser zusammenarbeiten und ihr wollt auch nicht als solcher abgestempelt werden. Jeder Mensch ist nun einmal ein Individuum und somit auch die durch Menschen festgelegten Arbeitsweisen und getroffenen Entscheidungen.
  5. Sich die Kirschen rauspicken
    Gerne wird man euch zu Beginn testen wollen und somit bekommt ihr von eurem Vorgesetzten auch mal „Extra-Arbeit“. Diese solltet ihr wenn möglich auch nicht ausschlagen, denn somit könnt ihr unter Beweis stellen, dass man sich auf euch als „Teamplayer“ verlassen kann. Vermeidet bei der alltäglichen Arbeit unbedingt jedoch das Herauspicken von „einfachen“ und „schönen“ Aufgaben. Bei euren Kollegen wird dieser Schachzug nämlich nicht gut ankommen. Zeigt also offen, dass ihr euch für bestimmte Aufgaben nicht zu schade seid. Solltet ihr euch jedoch ausgenutzt fühlen durch die Kollegen oder sollten die Aufgaben weit über euren Bereich hinausgehen, dann traut euch auch ruhig einmal „Nein“ zu sagen. Besprecht dies dann gerne mit euren Vorgesetzten und gebt ihm Rückmeldung dazu, wieso ihr diese Aufgabe nicht übernehmen möchtet.
  6. Ein Buch mit sieben Siegeln
    Klar werdet ihr direkt am Anfang nicht jedem neuen Kollegen eure Lebensgeschichte erzählen wollen und das sollt ihr auch gar nicht. Macht euch jedoch selbst einen Gefallen und redet etwas über euch. Erzählt von eurem Werdegang und was ihr am Wochenende beispielsweise gerne unternehmen möchtet. Andernfalls wirkt man schnell arrogant und rückt somit wie von selbst in die Außenseiterrolle. Achtet darauf, dass ihr nicht über die schlechten Dinge der vergangenen Arbeitsstellen oder allzu Privates berichtet. Erzählt quasi nur so viel, dass ihr interessante Gespräche führen könnt, zum Beispiel über Hobbies oder sogar die neue Arbeit.
  7. Gespräche mit dem Chef vermeiden
    Auch wenn es schwierig fällt, sich mit dem neuen Chef zu unterhalten, solltet ihr dennoch regelmäßig das Gespräch suchen. Ihr könnt somit auch eure Fortschritte, Ziele und Erwartungen besprechen. Das baut eure Beziehung auf und euer Chef wird euch wertschätzen und respektieren.
    Versucht auch bei privaten Problemen offen mit eurem Chef zu reden und signalisiert ihm, dass ihr ihn sowohl auf der Arbeit-Ebene, als auch auf der kollegialen Ebene gerne um Rat bittet.
  8. Den sozialen Anschluss verlieren
    Wer sich vor jedem Team-Event  und jeder Firmenfeier drückt, der verpasst gute Gelegenheiten, sich auch mal mit anderen Kollegen aus verschiedenen Abteilungen zu unterhalten oder auch Job-Beziehungen aufzubauen. Es gibt keine bessere Gelegenheit den Chef in einer lockeren Atmosphäre zu fragen, ob er mit euch bisher zufrieden ist.
  9. Kritik zu persönlich nehmen
    Wenn euch jemand sagt, dass ihr unwirtschaftlich arbeitet, dann seid ihr keineswegs persönlich gemeint. Im Gegenteil: Man versucht lediglich, euch die Arbeit zu erleichtern und Reklamationen diesbezüglich zu vermeiden. Seid also nicht beleidigt und fühlt euch persönlich nicht angegriffen. Euer Chef wird euch sicherlich nur einen gut gemeinten Rat mit auf dem Weg geben wollen und den solltet ihr dankbar annehmen, sowie in eurer Arbeitsweise berücksichtigen. Seid aber auch mutig genug, einen zu harten Ton anzusprechen und bittet um sachliches Feedback in einem vernünftigen Ton, damit ihr euch wohl fühlen könnt und euch nicht gekränkt nach Hause schleppen müsst.
  10. Keine Fragen stellen
    Das ist leider einer der häufigsten Fehler und im Grunde schadet ihr euch damit nur selbst. Wer denkt, dass er besonders schlau und klever wirkt, indem er nie Fragen stellt, der hat leider schon verloren.  Es wird niemand von euch zu Beginn erwarten, dass ihr bereits alles beim ersten Mal verstanden habt und sofort umsetzen könnt. Durch Nachfragen signalisiert ihr deutlich, dass ihr Neues lernen wollt und es euch wichtig ist, dass ihr die Aufgaben richtig bearbeitet. Euer Vorgesetzter wird euch dafür loben, dass ihr nicht nur auf die Quantität, sondern auch besonders auf die Qualität ein großes Augenmerk gerichtet habt. Passt nur auf, dass ich nicht immer die gleichen Fragen stellt und notiert euch die Antworten, wenn ihr welche bekommen habt.

 

Macht euch selber keinen zu großen Druck. Ihr habt neu in dem Job angefangen und Fehler zu Beginn sind ganz normal. Agiert souverän und signalisiert, dass ihr lernfähig seid. Zeigt euer Können und gebt auch eure Schwächen zu, nur so kann aus euch ein guter Mitarbeiter werden.
Denkt auch daran, dass ihr zu Anfang einen kleinen „Welpenschutz“ genießen könnt und nutzt jede Chance, euch zu verbessern.

Für euren neuen Job wünsche ich euch ganz viel Erfolg und Freude!