In Zeiten von indeed, stepstone, monster und sogar ebay-Kleinanzeigen, wird es immer schwieriger zu erkennen, wann es sich um schlechte Jobangebote handelt. Man verliert dadurch oft viel Zeit und Lust, denn man muss sich immer ganz genau mit der jeweiligen Stellenausschreibung und dem dort beschriebenen Jobangebot auseinandersetzen. Das kostet unnötig Kraft und man verliert auch schnell die Motivation, Bewerbungen zu schreiben. Selbst wenn es dann mit der Bewerbung geklappt hat und auch das Vorstellungsgespräch einigermaßen passend gewesen ist, erkennt man leider oft erst danach, wie unpassend das vorherige Jobangebot zur tatsächlichen Arbeitsstelle ausfällt.

Kann man denn im Vorfeld schon schlechte Jobangebote erkennen, um sich böse Überraschungen und verlorene Lebenszeit zu ersparen?

 

Vor unseriösen und schlechten Jobangeboten ist man nicht immer sicher, es gibt aber einige Indizen, die einem zumindest bei der Selektion helfen. Ich nenne euch in diesem Artikel einige dieser Anhaltspunkte, an denen ihr ein solches schlechtes Jobangebot leichter erkennen könnt.

 

1. Auf welcher Plattform könnt ihr das Jobangebot finden?

Handelt es sich um seriöse und gute Jobangebote, so findet ihr diese nicht nur auf auf der jeweiligen Unternehmenswebseite, sondern auch auf jedem bekannten Portal. Hier wird also viel Geld investiert, um möglichst viele Menschen auf das Jobangebot aufmerksam zu machen. Man kann hier ziemlich sicher sein, dass es das Unternehmen ernst meint und auch keine Kosten spart, um gute Kandidaten für die zu besetzende Stelle zu finden.
Findet ihr hingegen das Inserat nur auf der Seite von der Arbeitsagentur, so sind diese Unternehmen recht sparsam und investieren möglichst wenig Geld darin, gute Bewerber für die freie Stelle zu finden. Das bedeutet im Umkehrschluss leider auch, dass diese Unternehmen selten gewillt sind, ein gutes Gehalt zu zahlen oder größere Investitionen für die Weiterentwicklung der Firma zu tätigen. Hier kommt es natürlich zusätzlich noch auf die Größe des jeweiligen Unternehmens an. Bei den kleineren Firmen von bis zu 50 Mitarbeitern dürft ihr dann allerdings nichts Besonderes erwarten.

2. Welche Aufgaben sollen zukünftig anfallen?

Ihr könnt besonders bei der Aufgabenbeschreibung in den Stellenangeboten erkennen, ob es sich um ein schlechtes Jobangebot handelt oder nicht.
Oftmals werden die attraktiven Aufgaben hervorgehoben und die unliebsamen etwas versteckt. Das wird gerne gemacht, um die unschönen Aufgaben in den Hintergrund zu rücken, obwohl man diese später tagtäglich ausüben muss.
Oder es werden zwei Aufgaben genannt, die eher weniger miteinander zu tun haben, wie beispielsweise das Führen des Sekretariats und die gelegentliche Kunden-Akquise. Im Grunde sind dies zwei unterschiedliche Berufszweige, die man nur schwer zusammen bewältigen kann, sodass die Qualität in den einzelnen Bereichen deutlich abnehmen wird.

3. Mehrere Rechtschreibfehler

Wenn alleine in der Stellenbeschreibung mehr als zwei oder drei Rechtschreibfehler auffallen, sollten eure Warnsignale  anschlagen. Natürlich können mal ein oder zwei Rechtschreibfehler überlesen worden sein, in der Regel achtet jedoch ein seriöses Unternehmen sehr darauf und lässt die Stellenanzeigen auch vorab immer Korrekturlesen, um diese Fehler eben zu vermeiden. Ihr seht daran also schon, welches Unternehmen sich die Mühe macht und welches eben nicht. Habt ihr auch noch eine schlechte Formulierung und grobe Fehler im Satzbau gefunden, dann solltet ihr euch gut überlegen, wie sehr sich das Unternehmen später für euch bemühen und ob intern dann genauso „schlampig“ gearbeitet wird.

4. Veraltete Webpräsenz

In der Stellenausschreibung wird davon geschwärmt, wie innovativ und modern das marktführende Unternehmen doch sei und welchen Wert man auf eine gute Digitalisierung lege und dann besucht man die Firmenwebseite und findet sich plötzlich in den Achtzigern wieder. Die Webseite ist nicht responsive, das Logo pixelig und das Webdesign mehr als veraltet. Hier scheint das „Moderne“ nicht angekommen zu sein. Es lohnt sich daher immer, auch einen Blick auf die Webpräsenz der Firmen zu werfen um die Aussagen auf Richtigkeit zu überprüfen.

5. Flexibles Arbeitszeitmodell

Grade für Arbeitnehmer mit Familie ist das flexible Arbeitszeitmodell ein attraktives Angebot, welches auch gerne angenommen wird, selbst wenn der Verdienst etwas geringer ausfallen sollte. Es ist schließlich nichts mehr wert als Lebenszeit.
Aber Vorsicht, denn hier verbergen sich leider oft böse Fallen. Einige Arbeitgeber verstehen unter dem flexiblen Arbeitszeitmodell, dass ihr auch abends von zu Hause aus noch einmal etliche Stunden arbeiten könnt und dafür lediglich Überstunden ausgezahlt bekommt (wenn überhaupt). Habt ihr jedoch einmal einen Termin und möchtet früher Feierabend machen, gewährt man euch dies oft nicht oder nur sehr widerwillig und ihr bekommt das ordentlich zu spüren.

6. Werben mit Selbstverständlichkeiten

Ein schlechtes Jobangebot erkennt ihr vor allem daran, wenn das Unternehmen versucht, die Stellenbeschreibung durch vermeintliche Besonderheiten aufzuwerten, die als selbstverständlich gelten sollten. In einer Stellenausschreibung wurde tatsächlich einmal die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge ganz dreist als Besonderheit angepriesen, obwohl ein Arbeitgeber dazu gesetzlich verpflichtet ist, diese Zahlungen vom Lohn abzuführen. Es handelte sich also um eine Selbstverständlichkeit, die es nicht anzupreisen gilt.

7.  Sein Arbeitsmaterial selbst stellen

Besonders unseriös sind die Jobangebote, bei denen ihr euer Arbeitsmaterial selber mitbringen sollt, wie beispielsweise einen privaten PKW, ein Notebook oder ein Smartphone, welches ihr dann auch gewerblich für die Arbeit nutzen sollt. Nicht nur, dass grade die gewerbliche Nutzung des privaten PKW die Autoversicherung in den meisten Fällen außer Kraft treten lässt, da diese in der Regel nur für den privaten Gebrauch greift, man wird euch sicherlich auch nicht die Mehrkosten erstatten, wie den Verschleiß des Fahrzeuges. Besonders das Voraussetzen eines Smartphones, welches dann auch für die Arbeit genutzt werden soll, ist mehr als dreist und auch im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht grade unbedenklich. Hier riskieren Unternehmen tatsächlich die Datensicherheit ihrer Kunden, nur um 40 Euro im Monat für einen Handyvertrag zu sparen.

Bring your own device (BYOD), so lautet der Fachbegriff für diese moderne und auch durchaus sinnvolle, wenn ordentlich durchgeführte Arbeitsmethode. Hierzu legen die Unternehmen meist Regeln fest, die den Umgang mit den eigenen Geräten innerhalb des Konzerns maßregeln sollen. Mit der Vertragsunterzeichnung nimmt man diese Regeln zur Kenntnis und akzeptiert die dort festgelegten Vorgaben. Ihr selbst tut euch hiermit natürlich keinen Gefallen, denn die Daten auf eurem Handy müsst ihr dann besonders gut schützen und bei Verlust seid ihr ebenfalls haftbar. Wer klug ist, akzeptiert diese Regelungen nicht und verzichtet darauf, seine privaten Geräte für den Arbeitgeber zu nutzen.

 

Alle diese Hinweise helfen euch demnächst, die schlechten Jobangebote leichter zu erkennen und somit viel Zeit und Kraft zu sparen bei der Jobsuche. Selbstverständlich sind dies nur Beispiele, die längst nicht auf jede Stellenausschreibung gleichermaßen zutreffen, darum ist hier eurer aufmerksames Auge und euer Verstand gefragt.

Habt ihr auch schon einmal eine Stellenausschreibung gefunden und konntet sofort erkennen, dass dies kein gutes Jobangebot sein kann?
Teilt mir gerne eure Erfahrungen mit.