Das ein oder andere Mal kann es tatsächlich vorkommen, dass ihr erst soeben einen neuen Job angefangen habt und euch eigentlich sehr wohl fühlt, sodass ihr die offensichtlichen Warnzeichen nicht wahrnehmen könnt.
Ihr lasst euch blenden und glaubt, dass dieses Mal alles besser kommen wird, als beim vorherigen Arbeitgeber. Natürlich wünsche ich euch das, dennoch solltet ihr sehr wachsam sein und sensibel gegenüber einigen, sehr offensichtlichen Gründen, schnell wieder den Arbeitgeber zu wechseln.

Das Dilemma beginnt alleine schon bei der Firmenpräsenz. Oftmals sagt alleine schon der Internetauftritt viel über einen potenziellen Arbeitgeber aus. Besonders, wenn im  Bereich des Marketings oder der IT gesucht wird, jedoch die Webseite in einem alten Design mit sämtlichen Rechtschreibfehlern und einem schlechten Quellcode ausgestattet ist. Nun denkt man sich, dass man sich lieber ein persönliches Bild von dem Unternehmen macht und lässt sich auf ein Vorstellungsgespräch ein.

Der ein oder andere ist glücklicherweise mit der Fähigkeit geboren worden, andere Menschen direkt zu durchschauen und Unwahrheiten direkt zu erkennen, den meisten von uns ergeht es aber eher so, dass man eben nur vor den Kopf gucken kann. So lassen wir uns erstmal viel erzählen und ansprechend reden. Unser Interesse wurde geweckt und man hat richtig Lust auf die neue Stelle bekommen.
Einige mögen eventuell aus Freude und Berufung arbeiten, andere jedoch nur, weil das Portemonnaie es sagt. Um nicht wieder ins Klo gegriffen zu haben, sollten wir also die Warnzeichen vorab erkennen und im Zweifel den Arbeitgeber wieder wechseln. Schließlich ist das Leben zu kurz, um sich mit einem schlechten Arbeitgeber zufrieden zu geben.

5 Gründe für den Wechsel:

  1. Zu späte Gehaltszahlungen
    Besonder dann, wenn eurer Gehalt immer mal wieder zu spät bei euch ankommt, solltet ihr unverzüglich mit Verzugszinsen drohen, die euch gesetzlich sogar zustehen. Schließlich müsst ihr eure Miete und die Rechnungen pünktlich zahlen, da könnt ihr nicht akzeptieren, dass euer Lohn zu spät gezahlt wird. Sprecht dies direkt beim ersten Verzug an, oder wechselt direkt den Arbeitgeber.
  2. Fluktuation im Ungleichgewicht
    Wenn ihr erst eben für eine offene Stelle eingesetzt wurdet, aber im gleichen Atemzug mehrere Angestellte entlassen wurden oder kündigen, sollten eure Alarmglocken läuten. Fluktuation ist natürlich in jedem Unternehmen vertreten, aber wenn mehr Leute gehen, als kommen, dann sollte dies bereits ein Warnhinweis für euch sein. Die Fluktuation ist im Ungleichgewicht und oftmals ist der Schritt zum Auslagern der Tätigkeiten oder dem Verpachten des Geschäftszweiges nicht mehr weit. Fragt offen bei euren Kollegen nach, wie die Stimmung im Allgemeinen ist und seid auf der Hut, oder wechselt direkt den Arbeitgeber.
  3. Versprochen ist Versprochen
    Das häufigste Versprechen ist wohl jenes, dass es nach der Einarbeitungszeit mehr Gehalt gibt. Die wenigsten Unternehmen kommen diesem Versprechen nach, einige nur nach jahrelangem nervenden Nachfragen. Dabei ist es verdammt wichtig, dass Versprechen gehalten werden. Schließlich erwartet man dies auch von euch und möchte, dass man sich auf seine Mitarbeiter verlassen kann. Wenn man dann als Unternehmen nicht selbst zu seinem Wort steht, spricht das gegen einen guten Arbeitgeber. Lasst euch daher direkt im Vertrag vermerken, dass es eine Gehaltserhöhung (oder mehr Urlaub) ab einem gewissen Zeitpunkt gibt, oder wechselt direkt den Arbeitgeber.
  4. Unstrukturierte Führungskräfte
    Nicht immer ist einem vom vornherein klar, wer nun der direkte Vorgesetzte ist, sodass man dies erst im Arbeitsalltag „herausfinden“ muss. Wenn sich nun feststellen lässt, dass Chef A 40% vom Unternehmen besitzt und Chef B 55%, dann bleiben für Chef C nur noch 5%. Chef C sagt euch nun, welche Aufgabe zuerst erledigt werden muss, bis Chef A kommt und euch eine andere Aufgabe erteilt, die schnell erledigt werden muss. Nun kommt später noch Chef B dazu und fragt verwirrt, wieso ihr diese Aufgaben erledigt, die seien unwichtig, ihr sollt doch bitte seine Aufgabe erledigen. Ihr wollt natürlich alle Aufgaben gleichermaßen erfüllen und arbeitet nach der Dringlichkeit, die vorgegeben wurde. Da kommt Chef A zu euch und schimpft darüber, dass für Chef C eine Aufgabe erledigt wurde. Dieser sei nicht euer direkter Chef. Nun sitzt ihr zwischen den Stühlen, denn unabhängig davon, sind dies alles eure Vorgesetzten und Führungskräfte. Passend zum vorherigen Punkt, kann es auch dazu kommen, dass Chef B euch etwas versprochen hat, jedoch Chef A und Chef C dem nicht zustimmen, weshalb das Versprechen nicht gehalten werden kann.
    Klärt daher unbedingt vorher ab, von welchem Chef ihr direkte Anweisungen bekommt und legt fest, dass ihr nur diese priorisiert bearbeiten werdet, oder wechselt direkt den Arbeitgeber.
  5. Taube Ohren
    Zu Beginn wird man euch sicherlich erklärt haben, dass man als Unternehmen offen für Verbesserungen sei und diese gerne jederzeit angesprochen werden sollen. So seid ihr erpicht darauf, diese auch bei den Teammeetings anzusprechen und gegebenenfalls habt ihr bereits eine Lösung parat. Dankbar nimmt eure Verbesserungsvorschläge an und diskutiert diese auch im Team. Aber selbst nach 8 Monaten und mehrmaliger Ansprache hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, denn nun werden Gründe erfunden, weshalb dies doch nicht umgesetzt werden kann oder eventuell wird dies auf eine andere Abteilung geschoben. Wenn ihr jetzt noch den Jackpot gezogen habt, dann habt ihr einen Arbeitgeber gefunden, der die Gründe bei den Mitarbeitern sucht und dort den Druck erhöht, da dies für ihn einfacher ist, als an den Problemlösungen zu arbeiten. Ihr stoßt unweigerlich auf taube Ohren und dürft lieber ein paar Überstunden kloppen, als dass sich jemand hinsetzt und das ursprüngliche Problem angeht, wessen Lösung auf lange Sicht hin die Arbeit für alle erleichtern würde. Daher schaut euch das Feedback-Programm des Arbeitgebers ganz genau an und wie dieser die Lösungsvorschläge von Mitarbeitern angeht, oder wechselt direkt den Arbeitgeber.

Sicherlich treffen diese 5 Gründe nicht überall zu und nicht immer muss sich das Schlimmste bewahrheiten, jedoch ist Vorsicht besser als Nachsicht. Ihr habt es verdient, einen fairen und vernünftigen Arbeitgeber zu haben, also lasst nicht zu, dass diese Dinge euch schlimmstenfalls den Spaß an der Arbeit verderben oder gar in eine Depression treiben. Denn Arbeit sollte ein Geben und Nehmen sein, ein Miteinander. Nur so kann ein Arbeitnehmer auch gute Arbeit leisten.