Arbeitslosigkeit Archive - Jobfails Fri, 28 Apr 2023 16:20:42 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Wann sollte man kündigen? https://www.jobfails.de/wann-sollte-man-kuendigen/ https://www.jobfails.de/wann-sollte-man-kuendigen/#respond Fri, 28 Apr 2023 16:18:35 +0000 https://www.jobfails.de/?p=1056 Der perfekte Zeitpunkt für die Kündigung – gibt es den überhaupt? Wann sollte man am besten kündigen? Am Anfang oder lieber am Ende des Monats?Diese Fragen beschäftigen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es kann verschiedene Gründe geben, warum jemand seinen Job aufgeben möchte. Doch die Entscheidung zu kündigen, sollte immer gut überlegt sein. Ebenso sollte man […]

Der Beitrag Wann sollte man kündigen? erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
Der perfekte Zeitpunkt für die Kündigung – gibt es den überhaupt?
Wann sollte man am besten kündigen? Am Anfang oder lieber am Ende des Monats?Diese Fragen beschäftigen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es kann verschiedene Gründe geben, warum jemand seinen Job aufgeben möchte. Doch die Entscheidung zu kündigen, sollte immer gut überlegt sein. Ebenso sollte man auch ganz genau wissen, zu welchem Zeitpunkt man seine Kündigung einreicht. Es könnte sich für einen persönlich lohnen, den Kündigungszeitpunkt etwas zu verschieben. In diesem Blogartikel werden wir uns näher damit beschäftigen, wann es sinnvoll sein kann, den Arbeitsplatz zu verlassen und wann man seine Kündigung am besten einreichen sollte.

Ein Geheimrezept gibt es hierbei selbstverständlich nicht, denn ob es in dem Job gut oder schlecht läuft, das kann nur jeder für sich selbst empfinden. Wer weiß, eventuell war es bei dem vorherigen Arbeitgeber noch viel schlimmer, sodass es einem jetzt trotz vieler Mängel nicht so schlecht ergeht, wie vorher. Oder man hat generell einfach einen neuen Wunsch und möchte sich in einer ganz anderen Branche umsehen. Dies sind alles plausible Gründe und da geht es in erster Linie darum, wie zufrieden man in seinem Job ist.

Bist du unzufrieden in deinem Job? Dann kündige!

Einer der häufigsten Gründe für eine Kündigung ist natürlich die allgemeine Unzufriedenheit im Job. Das kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel eine schlechte Arbeitsatmosphäre, unangenehme Kolleginnen und Kollegen oder ein überfordernder Arbeitsalltag. Wenn man das Gefühl hat, dass man nicht mehr gerne zur Arbeit geht und dass der Job einen mehr belastet, als dass er Erfüllung bietet, so sollte man sich überlegen, ob es nicht besser wäre, einen neuen Job zu suchen.

Man kann natürlich auch erst einmal versuchen, die Probleme in einem persönlichen Gespräch zu erläutern und gemeinsam nach Lösungen suchen. Erfahrungsgemäß muss ich jedoch leider zugeben, dass das nur eine kurzfristige Lösung ist. Spätestens dann, wenn wieder neue Strukturen eingeführt werden, sich neue Mitarbeiter, Teamleiter oder Geschäftsführer einbringen, kann es wieder in alte Muster verfallen. Mein Rat daher: Immer auf das Bauchgefühl verlassen!

Kannst du dich in deinem Job nicht weiterentwickeln? Dann kündige!

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage nach den Karrieremöglichkeiten im aktuellen Job. Wenn man das Gefühl hat, dass man in seiner derzeitigen Position keine Perspektiven hat und auch in Zukunft nicht weiterkommen wird, kann eine Kündigung sinnvoll sein. In diesem Fall kann es besser sein, den Arbeitsplatz zu wechseln, um neue berufliche Chancen zu nutzen.

Als bestes Beispiel kann ich hier die Festanstellung nach einer Ausbildung nennen. Selbst wenn man nach der Ausbildung übernommen wurde und nun ein vollwertiges Teammitglied darstellen sollte, wird man im gleichen Betrieb meist seinen “Azubi-Status” nicht mehr los.

Man bekommt deutlich weniger spannende Aufgaben, als seine Kollegen und auch die Verantwortung wächst nicht weiter mit an. Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur sagen, man wird weiterhin den Kaffee kochen oder unliebsame Botengänge erledigen dürfen, wenn man sich nicht knallhart durchsetzt. Aber hat man immer die Kraft dazu? Will man sich überhaupt immer wieder beweisen müssen? Selbstverständlich nicht und darum sollte man sich seiner eigenen Werte und Fähigkeiten bewusst werden und lieber den Arbeitgeber wechseln, wenn dieser keine Lust hat, dass wir uns weiterentwickeln.

Hindern dich persönliche Gründe an deinem Job? Dann kündige!

Es kann auch persönliche Gründe geben, die zu einer Kündigung führen. Zum Beispiel, wenn man aus familiären Gründen umziehen muss oder wenn man gesundheitliche Probleme hat, die eine Fortsetzung der Arbeit erschweren. In solchen Fällen kann eine Kündigung die beste Entscheidung sein.

Man sollte immer einen Job haben, der zu einem persönlich passt und sich gut in das Leben integrieren lässt. Wenn sich unsere persönlichen Umstände ändern, kann es extrem anstrengend werden, den Job weiterhin auszuüben. Wir geraten in eine gefährliche Situation der Überbelastung und ernste Krankheiten, wie Depressionen, sind dann eine mögliche Folge. Darum ist es wichtig, dass man den Job an seinen Alltag anpasst, und nicht sich selbst an seinen Job!

Durchschnittlich zieht man alle 7 Jahre in ein neues Heim, also wieso dann nicht auch gleich den Tapetenwechsel mit einem neuen Arbeitgeber. Obwohl ich hier sogar noch öfter wechseln würde, aber das ist eine andere Geschichte.

Hast du ständig Ärger mit dem Arbeitgeber? Dann kündige!

Konflikte mit dem Arbeitgeber können ebenfalls ein Grund für eine Kündigung sein. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt oder wenn es Differenzen in der Arbeitsweise gibt. Wenn man das Gefühl hat, dass man mit dem Arbeitgeber nicht mehr zusammenarbeiten kann und dass die Konflikte unüberwindbar sind, kann eine Kündigung die beste Lösung sein.

Oftmals dauert es eine Weile, bis man erkennt, dass der Chef beispielsweise cholerisch ist, oder man von seinen Vorgesetzten gemobbt wird. Doch sobald es einem auffällt, sollte man direkt die Punkte ansprechen. Erfahrungsgemäß jedoch, wird danach alles schlimmer. Kommt man also nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner, sollte man einfach direkt die Sachen packen und gehen.

Du erhältst eine einmalige Chance? Dann kündige!

Manchmal ergeben sich auch ganz einfach neue Chancen, die man nutzen möchte. Zum Beispiel, wenn man ein attraktives Jobangebot bekommt oder wenn man sich selbstständig machen möchte. In solchen Fällen kann eine Kündigung der erste Schritt in eine neue berufliche Zukunft sein.

Wir haben schließlich nur dieses eine Leben und nicht unbegrenzt viel Zeit. Daher sollte man sich niemals nur mit dem wenigen zufrieden geben, wenn man auch mehr erreichen könnte. Und wenn man wirklich eine einmalige Chance erhält, dann sollte man diese nutzen. In der Regel ist es nämlich viel leichter, in den alten Job zurückzukehren (wenn auch nicht beim gleichen Arbeitgeber), als irgendwo anders neu Fuß zu fassen.

Wann sollte ich meine Kündigung abgeben?

Die Entscheidung, eine Kündigung einzureichen, ist also eine schwierige und oft emotional belastende Angelegenheit. Es gibt viele Gründe, warum jemand seinen Job kündigen möchte, sei es wegen persönlicher Probleme, einem schlechten Arbeitsumfeld oder der Suche nach neuen Herausforderungen. Unabhängig von den oben genannten Gründen ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Kündigung zu wählen, um die Auswirkungen auf Ihre Karriere und Ihr Leben zu minimieren.

Ein guter Zeitpunkt, um eine Kündigung einzureichen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier sind einige Faktoren, die Sie bei der Entscheidung berücksichtigen sollten:

  1. Berufliche Projekte

Wenn Sie an einem wichtigen Projekt arbeiten, das kurz vor dem Abschluss steht, sollten Sie in Betracht ziehen, die Kündigung zu verschieben, bis das Projekt abgeschlossen ist. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Ihre Aufgaben erfolgreich abgeschlossen werden, um sicherzustellen, dass Ihr Arbeitgeber oder Ihre Kollegen Ihre Arbeit schätzen, sofern Ihnen wichtig ist, was man im Arbeitszeugnis über Sie schreiben wir. Andernfalls kann man diesen Punkt hier natürlich auch ignorieren.

  1. Jahreszeiten

Ein guter Zeitpunkt für eine Kündigung kann auch von der Jahreszeit abhängen. Zum Beispiel kann es schwierig sein, in den Sommermonaten eine neue Stelle zu finden, da viele Arbeitgeber in dieser Zeit ihre Rekrutierungsprozesse verlangsamen. Die Urlaubszeit ist hier am höchsten und somit sind etliche Betriebe nur noch halb besetzt. Somit kann es einfacher sein, im Herbst oder Winter eine neue Stelle zu finden, da viele Unternehmen in dieser Zeit ihre neuen Mitarbeiter einstellen, Ausbildungsstellen vergeben, etc.

  1. Kündigungsfristen

Es ist wichtig, Ihre Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag zu überprüfen, bevor Sie eine Kündigung einreichen. Eine Kündigung kann dazu führen, dass Sie bestimmte Vorteile oder Zahlungen verlieren, wenn Sie die Kündigungsfrist nicht einhalten. In einigen Fällen kann eine längere Kündigungsfrist auch dazu führen, dass Sie Ihre Arbeit länger ausüben müssen, als Sie möchten.

Kleiner Tipp:

Sind bei Ihrem Arbeitgeber Freistellungen üblich, so können Sie die Kündigung geschickt am Anfang des Monats einreichen, wenn man die Kündigungsfrist nicht mehr einhalten kann. Somit erzielen Sie im besten Fall eine längere Freistellung.
Dieses Vorgehen lohnt sich allerdings nur dann für Sie, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass eine Freistellung durch den Arbeitgeber erfolgt.

  1. Persönliche Umstände

Ihre persönlichen Umstände spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, wann Sie kündigen sollten. Wenn Sie zum Beispiel ein neues Baby haben oder sich um ein krankes Familienmitglied kümmern, kann es schwierig sein, eine Kündigung einzureichen. In solchen Fällen ist es oft besser, Ihre Kündigung zu verschieben, bis Ihre persönlichen Umstände stabilisiert sind.

  1. Neue Stelle

Wenn Sie bereits eine neue Stelle gefunden haben, ist dies ein guter Zeitpunkt, um Ihre Kündigung einzureichen. Sie sollten jedoch sicherstellen, dass Sie alle notwendigen Schritte unternommen haben, um sicherzustellen, dass die neue Stelle gesichert ist, bevor Sie Ihre Kündigung einreichen. Es ist auch wichtig, sicherzustellen, dass die Kündigungsfristen des aktuellen Arbeitgebers eingehalten werden, um Probleme zu vermeiden. Bei der Bewerbung daher immer einen Monat mehr angeben, als die tatsächliche Kündigungsfrist wäre, damit Sie nicht unter Zeitdruck geraten und die Kündigung wieder zurückziehen müssen, falls sich der neue Arbeitgeber doch umentscheiden sollte.

Fazit

Eine Kündigung sollte immer gut überlegt sein. Bevor man eine Entscheidung trifft, sollte man sich Gedanken über die Gründe machen, die zu einer Kündigung führen. Wenn man das Gefühl hat, dass man unglücklich im Job ist, keine Perspektiven hat oder persönliche Gründe vorliegen, kann eine Kündigung sinnvoll sein. Es ist jedoch wichtig, dass man sich vorher ausreichend informiert und gegebenenfalls auch Rat bei Freunden oder Fachleuten einholt, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Insgesamt gibt es keinen perfekten Zeitpunkt, um eine Kündigung einzureichen. Es hängt von Ihren individuellen Umständen und Bedürfnissen ab. Es ist jedoch wichtig, sorgfältig zu prüfen, wann der beste Zeitpunkt ist, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Karriere und Ihr Leben nicht negativ beeinflussen. Wenn Sie eine neue Stelle gefunden haben, sollten Sie auch bedenken, dass Sie möglicherweise eine Kündigungsfrist bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber einhalten müssen. Informieren Sie Ihren neuen Arbeitgeber über Ihre Kündigungsfrist und bitten Sie um eine klare Bestätigung des Starttermins Ihrer neuen Stelle. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihre aktuelle Position mit Respekt und Professionalität verlassen. Geben Sie Ihrem Arbeitgeber genügend Zeit, um eine Ersatzkraft einzustellen und übergeben Sie alle wichtigen Aufgaben oder Projekte an Ihre Nachfolger. Eine positive und reibungslose Kündigung kann nicht nur Ihre Karriere, sondern auch Ihre Reputation und Ihr Netzwerk positiv beeinflussen.

Der Beitrag Wann sollte man kündigen? erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
https://www.jobfails.de/wann-sollte-man-kuendigen/feed/ 0
Das Minijob-Dilemma: Lohnt sich ein 520 Euro Job? https://www.jobfails.de/das-minijob-dilemma-lohnt-sich-ein-520-euro-job/ https://www.jobfails.de/das-minijob-dilemma-lohnt-sich-ein-520-euro-job/#respond Thu, 27 Apr 2023 17:45:41 +0000 https://www.jobfails.de/?p=1043 Der 520 Euro Job, auch bekannt als Minijob, hat in Deutschland seit Jahren eine große Bedeutung. Es handelt sich hierbei um eine besondere Art von Teilzeitarbeit, bei der der Arbeitnehmer monatlich maximal 520 Euro brutto verdient und von der Sozialversicherungspflicht befreit ist. Dieser Job bietet den Vorteil, dass der Arbeitgeber keine oder nur sehr geringe […]

Der Beitrag Das Minijob-Dilemma: Lohnt sich ein 520 Euro Job? erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
Der 520 Euro Job, auch bekannt als Minijob, hat in Deutschland seit Jahren eine große Bedeutung. Es handelt sich hierbei um eine besondere Art von Teilzeitarbeit, bei der der Arbeitnehmer monatlich maximal 520 Euro brutto verdient und von der Sozialversicherungspflicht befreit ist. Dieser Job bietet den Vorteil, dass der Arbeitgeber keine oder nur sehr geringe Abgaben zahlen muss, was ihn deutlich attraktiver macht, als eine reguläre Teilzeitstelle.

Der 520 Euro Job ist gerade für viele Mütter und Erziehende eine gute Möglichkeit, recht flexibel die gemeinsame Familienkasse aufzubessern. Ebenso für Studenten, (Langzeit-)Arbeitslose und leider mittlerweile auch für etliche Rentner, bietet ein solcher Job eine Möglichkeit, das Haushaltsgeld zu erhöhen. Außerdem kann der  Minijob von jedem Arbeitnehmer genutzt werden, um die Einnahmen aus einer Vollzeit- oder Teilzeitstelle  zu ergänzen. Das klingt somit an sich erst einmal gut, allerdings ist der 520 Euro Job auch ein Dilemma und schadet dem Arbeitsmarkt. Zudem gibt es, wie es sich öfters schon im Bekanntenkreis gezeigt hat, eine ganze Menge an Irrglauben bzgl. einer solchen geringfügigen Beschäftigung, die sich hartnäckig halten. Wieso das so ist und was genau der 520 Euro Job ist, erkläre ich ausführlicher in diesem Artikel.

Was genau ist ein 520 Euro Job?

Klären wir zuerst einmal, was genau der 520 Euro Job ist.
Entscheidend dafür, ob es sich bei einer Beschäftigung um einen Minijob handelt, ist allein das monatliche Entgelt. Wenn das Gehalt nicht mehr als 520 Euro pro Monat beträgt (bis September 2022 waren es noch 450 Euro), handelt es sich um einen Minijob, der auch als “geringfügig entlohnte Beschäftigung” bezeichnet wird.

Wenn der Minijob zusätzlich zu einer anderen Beschäftigung ausgeübt wird, ist ein Minijob neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung erlaubt. Es ist jedoch nicht möglich, mehr als einen Minijob neben einer Hauptbeschäftigung auszuüben. In diesem Fall müssen alle Beschäftigungen außer dem ersten Minijob als sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen abgerechnet werden.

Insbesondere für Arbeitnehmer, die nicht in Vollzeit arbeiten können oder wollen, aber dennoch zusätzliches Einkommen benötigen, ist ein 520 Euro Job geeignet. Typische Tätigkeiten in einem solchen Job können beispielsweise im Verkauf, der Reinigung, als Bürohilfe oder als Botengänger ausgeübt werden.

Wird ein 520-Euro-Job versteuert?

Wenn eine Person als Minijobber beschäftigt wird, muss der Arbeitgeber pauschale Abgaben zur Sozialversicherung leisten, einschließlich 13 % Krankenversicherung, 15 % Rentenversicherung, Umlagen U1/U2 und Insolvenzgeldumlagen.
Insgesamt belaufen sich die Arbeitgeberanteile auf etwa 30 %, was teurer ist, als die Abgaben in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis mit rund 20 % Arbeitgeberabgaben.

Der Minijobber selbst zahlt 3,6 % des Entgelts als Rentenversicherungsbeitrag, kann aber auf die Rentenversicherungspflicht verzichten, wenn er/sie das schriftlich erklärt. Eine solche Erklärung muss vom Mitarbeiter unterzeichnet und datiert werden, um bei einer Betriebsprüfung vorgelegt werden zu können. Wenn der Minijobber eigene Beiträge zur Rentenversicherung zahlt, wird der Minijob vollständig in der Rentenberechnung berücksichtigt.

Die Lohnsteuer kann beim Minijob pauschal mit 2 % abgerechnet werden oder mit einer Lohnsteuerklasse, je nach Umständen des Mitarbeiters. Wenn der Minijob die einzige Beschäftigung ist, fallen bis zu einem monatlichen Verdienst von 520 Euro keine Lohnsteuern an. Die zuständige Krankenkasse für einen Minijob ist die Knappschaft-Bahn-See, unabhängig davon, bei welcher Krankenkasse der Minijobber tatsächlich versichert ist. Die Sozialversicherungsbeiträge für Minijobber müssen ebenfalls an die Knappschaft-Bahn-See abgeführt werden, und die 2 % Pauschsteuer sind im Beitragsnachweis enthalten und werden nicht über die Lohnsteueranmeldung abgeführt.

Wie viel verdiene ich in einem 520 Euro Job?

Die genaue Höhe des Verdienstes hängt von der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und dem Stundenlohn ab. Bei dem jetzigen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde, muss man also ca. 43 Stunden im Monat arbeiten, um auf einen Verdienst von 520 Euro zu kommen. Aktuell sind das bei den meisten Arbeitgebern 10 Stunden in der Woche. Bei einem Minijob werden in der Regel keine Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitnehmer abgezogen, allerdings muss der Arbeitgeber pauschale Abgaben zur Sozialversicherung leisten.

Werden Krankentage bei einem Minijob bezahlt?

Ja, auch bei einem Minijob haben Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Wenn ein Minijobber aufgrund von Krankheit arbeitsunfähig wird, hat er oder sie Anspruch auf Entgeltfortzahlung für die Dauer von maximal sechs Wochen. Die Entgeltfortzahlung beträgt dabei in der Regel 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitsentgelts.

Allerdings gibt es hierbei eine Besonderheit zu beachten: Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bei einem Minijob wird nur dann gezahlt, wenn der Arbeitnehmer in den letzten vier Wochen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit mindestens 30 Tage bei dem Arbeitgeber beschäftigt war und der Minijobber eine entsprechende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt vorlegt.

Bin ich bei einem 520€ Job krankenversichert, wenn ich keinen zusätzlichen Hauptjob habe?

Eine geringfügige Beschäftigung bleibt krankenversicherungsfrei, solange das monatliche Entgelt die Grenze von 520 Euro nicht überschreitet. Der Arbeitnehmer zahlt jedoch einen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung. Verdient der Arbeitnehmer durch einen oder mehrere Minijobs mehr als 520 Euro im Monat, fallen für den Arbeitgeber reguläre Beiträge zur Sozialversicherung an.

Minijobber haben die Wahl, sich entweder in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichern zu lassen, beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichern zu lassen oder freiwillig in der gesetzlichen/privaten Krankenversicherung versichern zu lassen. Wenn neben dem Minijob ein weiteres versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis besteht, gilt die Krankenversicherung aus dem Hauptberuf auch für den Zweitjob.

Aber Achtung: Wer nur einen einzigen Minijob und sonst keinen Hauptverdienst hat, der muss mit sehr hohen Abgaben für die Krankenkassenbeiträge rechnen. Hier wird sich der Minijob kaum noch lohnen!

Habe ich als Minijobber Anspruch auf bezahlten Urlaub?

Auch als Minijobber haben Sie grundsätzlich Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der gesetzliche Mindestanspruch beträgt pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche 24 Werktage, bei einer 5-Tage-Woche 20 Werktage, jeweils bezogen auf eine Vollzeitbeschäftigung.

Allerdings gibt es eine Besonderheit bei Minijobs: Wenn Sie im Laufe eines Jahres nicht regelmäßig arbeiten, sondern nur unregelmäßig oder auf Abruf beschäftigt sind, dann haben Sie keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. In diesem Fall ist es jedoch möglich, dass Ihnen Urlaubstage aufgrund von tarifvertraglichen Regelungen oder einer individuellen Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber zustehen.

Kann man mehrere 520 € Jobs haben?

Grundsätzlich ist es möglich, mehrere Minijobs mit einem monatlichen Verdienst von bis zu 520 € zu haben. Allerdings gibt es hierbei eine wichtige Regelung zu beachten: Wenn die Summe der Entgelte aus allen Beschäftigungen den monatlichen Verdienst von 520 € übersteigt, gelten diese Beschäftigungen eben nicht mehr als Minijobs, sondern als sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. In diesem Fall müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Es ist also wichtig, darauf zu achten, dass die Verdienstgrenze von 520 € pro Monat pro Arbeitgeber nicht überschritten wird, wenn man mehrere Minijobs ausübt. Wenn man mehrere Minijobs hat, sollte man zudem darauf achten, dass man nicht insgesamt mehr verdient, als man in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis verdienen würde. Wer auf die Idee kommt, statt einem schlecht bezahlten Hauptjob, drei 520 €-Stellen anzunehmen, um somit besser dazustehen, der wird leider böse erwachen.

Kann man zusätzlich zur Vollzeitstelle, auch einen Minijob beim gleichen Arbeitgeber annehmen?

Die Praxis der Arbeitgeber, einen Mitarbeiter sowohl als normalen Angestellten als auch als 520€-Kraft über ein anderes Unternehmen einzustellen, ist ein Beispiel dafür, wie Arbeitgeber versuchen, sich Sozialkosten zu sparen. Die Vorteile für den Arbeitgeber liegen auf der Hand: Durch die Beschäftigung eines Mitarbeiters als 520€-Kraft muss er keine Sozialabgaben auf den Lohn zahlen, was zu einer erheblichen Einsparung führt. Dies ist möglich, da die Beschäftigung als 520€-Kraft unter bestimmten Bedingungen sozialversicherungsfrei ist.

Ein zweiter Job beim gleichen Arbeitgeber oder einem Partner-/Tochterunternehmen ist grundsätzlich möglich, jedoch müssen die beiden Jobs voneinander abgegrenzt werden. Es muss sich um einen zweiten Job handeln, der thematisch und im besten Fall auch räumlich abgekapselt ist, um als separater Job zu gelten. Es ist wichtig zu betonen, dass die Aufgaben zwischen den beiden Jobs nicht wild hin- und hergeschoben werden dürfen, da dies die Abgrenzung zwischen den Jobs beeinträchtigen und letztendlich dazu führen würde, dass die beiden Jobs als ein einziger sozialversicherungspflichtiger Job gelten würden.

In der Praxis ist es oft schwierig, die beiden Jobs voneinander abzugrenzen. Dies gilt insbesondere für Bürojobs, bei denen ein Mitarbeiter immer am gleichen Arbeitsplatz sitzt und durchgehend an den gleichen Aufgaben arbeitet. In diesem Fall kann es schwierig sein, die Aufgaben zwischen den beiden Jobs abzugrenzen, da sie inhaltlich eng miteinander verknüpft sind. Wenn die Aufgaben zwischen den beiden Jobs nicht klar abgegrenzt werden können, sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Betracht ziehen, die Beschäftigung als einen einzigen sozialversicherungspflichtigen Job anzubieten.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Beschäftigung als 520€-Kraft und die Beschäftigung in einem zweiten Job beim gleichen Arbeitgeber oder einem Partner-/Tochterunternehmen legal sein können, solange eben die Abgrenzung der beiden Jobs klar und deutlich ist und die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Arbeitnehmer sollten jedoch sehr genau darauf achten, dass sie nicht ausgebeutet werden und faire Arbeitsbedingungen erhalten.

Wieso ist der 520 Euro Job ein Dilemma?

Einer der Gründe, warum der 520 Euro Job ein Dilemma ist, liegt darin, dass er kaum eine bis keine Perspektive bietet. In der Regel handelt es sich hierbei um einfache Tätigkeiten, die keinerlei Qualifikationen erfordern und oft auch keine Möglichkeit zur Weiterbildung bieten. Dadurch kann der Arbeitnehmer in einer beruflichen Sackgasse landen und auf Dauer keine Aussicht auf Aufstieg haben. Er verbleibt also in seiner Position und wird nur in den seltensten Fällen einen Aufstieg mit einem besseren Lohn erreichen. Das bedeutet auch, dass er im Alter nicht ausreichend abgesichert ist und im schlimmsten Fall auf staatliche Unterstützung angewiesen sein wird.

Wieso schaden 520 Euro Jobs bzw. Minijobs dem Arbeitsmarkt?

Ein weiterer Nachteil des 520 Euro Jobs ist, dass er den Arbeitsmarkt schädigt. Da die Arbeitgeber keine oder nur sehr geringe Abgaben zahlen müssen, ist der 520 Euro Job für sie attraktiver als eine reguläre Teilzeitstelle. Das führt dazu, dass viele Arbeitgeber bevorzugt auf 520 Euro-Jobber setzen, statt reguläre Teilzeitstellen zu schaffen. Dadurch entsteht eine prekäre Beschäftigungssituation, in der viele Arbeitnehmer aufgrund niedriger Einkommen und fehlender Sozialversicherungsleistungen kaum über die Runden kommen.

Die Tatsache, dass der 520 Euro Job dem Arbeitsmarkt schadet, wird auch dadurch deutlich, dass immer mehr Menschen auf diese Art von Teilzeitarbeit angewiesen sind. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich die Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnsektor in den letzten Jahren erhöht. Besonders betroffen sind Frauen, die oft aufgrund von Familienpflichten nur in Teilzeit arbeiten können.

Fazit

Insgesamt ist der 520 Euro Job also ein Dilemma, das sowohl für die Arbeitnehmer als auch für den Arbeitsmarkt problematisch ist. Schließlich gibt es in Deutschland um die 8 Millionen sogenannte “geringfügig Beschäftigte”. Davon entfällt bereits mehr als die Hälfte alleine auf Frauen. Um diese Probleme zu lösen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Eine Möglichkeit wäre, den 520 Euro Job mit Sozialversicherungsbeiträgen zu versehen, um die Absicherung der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Zudem sollten die Arbeitgeber dazu angehalten werden, reguläre Teilzeitstellen zu schaffen, um den Arbeitnehmern eine Perspektive zu bieten. Nur so kann es gelingen, den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Um als normaler Arbeitnehmer noch zusätzlich etwas zu verdienen oder als Ehepartner ohne Vollzeitstelle, kann ein Minijob also wirklich sinnvoll sein. Ansonsten ist es leider nur eine Sparmöglichkeit für Firmen und vernichtet mehr Voll- oder Teilzeitstellen und somit auch Steuer- und Sozialeinnahmen als es der Allgemeinheit einen wirklichen Nutzen bringt. Ob sich ein 520 Euro Job für jemanden wirklich lohnt, sollte man genau prüfen, damit man nicht am Ende durch zu viele Stunden oder zu hohe Kosten negativer da steht, als ohne den Job.

Der Beitrag Das Minijob-Dilemma: Lohnt sich ein 520 Euro Job? erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
https://www.jobfails.de/das-minijob-dilemma-lohnt-sich-ein-520-euro-job/feed/ 0
Warum die Jugend die Lust am Arbeiten verloren hat https://www.jobfails.de/warum-die-jugend-die-lust-am-arbeiten-verloren-hat/ https://www.jobfails.de/warum-die-jugend-die-lust-am-arbeiten-verloren-hat/#respond Tue, 02 Apr 2019 16:53:55 +0000 https://www.jobfails.de/?p=256 Immer häufiger beschweren sich die Erwachsenen über untätige Jugendliche, die einfach keine Lust haben, sich eine Ausbildung oder einen Job zu suchen und lieber zu Hause bleiben bei Hotel-Mama oder direkt ins Hartz-4-Modell rutschen. Natürlich ist das keine ideale Herangehensweise und wir sind erpicht darauf, dass unsere Sprösslinge sich eine gute Zukunft aufbauen können, allerdings […]

Der Beitrag Warum die Jugend die Lust am Arbeiten verloren hat erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
Immer häufiger beschweren sich die Erwachsenen über untätige Jugendliche, die einfach keine Lust haben, sich eine Ausbildung oder einen Job zu suchen und lieber zu Hause bleiben bei Hotel-Mama oder direkt ins Hartz-4-Modell rutschen.

Natürlich ist das keine ideale Herangehensweise und wir sind erpicht darauf, dass unsere Sprösslinge sich eine gute Zukunft aufbauen können, allerdings kann ich die Jugend sehr gut verstehen und nachvollziehen, wieso diese die Lust am Arbeiten verloren haben.

Die Gründe treffen natürlich nicht auf jeden zu, denn es gibt immer Menschen, die einfach nur zu faul sind oder wirklich keine Lust haben, für Geld aufzustehen, wenn sie dieses auch vom Staat beziehen können. Wir reden hier also nur von den Jugendlichen, die eigentlich nicht faul sind, sondern einen triftigen Grund haben.

Schulversagen?

Ein häufiger Grund ist leider, dass die Jugend zu wenig Möglichkeiten hat, sich zu überlegen, welchen Beruf sie anstreben möchten und wie sie sich darauf vorbereiten können. Die Schulpraktika werden immer kürzer und zunehmend seltener. Die Vorbereitungszeit darauf ist ebenfalls längst nicht mehr ausreichend, sodass einige Jugendliche gezwungen sind, das Praktikum bei der nächst besten freien Stelle zu absolvieren, anstatt bei einem Betrieb und Beruf, für den man sich interessiert.

Wenn das einzige Schulpraktikum ein Reinfall war oder sich herausgestellt hat, dass der Beruf unpassend ist, hat man in der Schulzeit meist keine weitere Chance andere Berufe näher kennen zu lernen. Außer man würde Praktika in Schulferien absolvieren, aber wer hat das schon wirklich Lust zu?

Alleine durch Unterrichtsfächer wie Deutsch, Mathe und Englisch, bekommen die Jugendlichen keine direkte Vorstellung vom Arbeitsalltag. Einige Schulen sorgen mit Berufsfindungstests vor und unterstützen die jungen Leute dabei, dennoch sollte es allgemein in der Schule auch ein Unterrichtsfach geben, welches zur Berufsvorbereitung einen wichtigen Beitrag leistet, wie beispielsweise das Üben von Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgesprächen. Dies wird, wenn überhaupt, nur im Rahmen einer Unterrichtseinheit im Deutsch- und Englischunterricht gemacht und ist danach meist kein Thema mehr. Bis dann irgendwann eine Bewerbung abgeschickt wird hat sich das Erscheinungsbild von Bewerbungsschreiben sowieso wieder grundlegend verändert.

Gefährliche Entwicklung

Leider lernen die wenigsten Kinder der Smartphone-Generation heutzutage noch, wie man einen Computer bedient und sind schon mit dem Schreiben einer Bewerbung unter Nutzung von Tools wie Excel, Word und einem E-Mailprogramm völlig überfordert. Einen PC-Führerschein, wie er oftmals früher angeboten wurde, steht heute auch nicht mehr auf dem Lehrplan. Kein Wunder also, dass viele Firmen mittlerweile aus Verzweiflung eine Bewerbung per WhatsApp akzeptieren um die Jugend zu erreichen.

Keine Chance aufgrund der arbeitslosen Eltern?

Noch ein möglicher Grund ist die Arbeitslosigkeit der Eltern. Zum einen natürlich, da dies ein schlechtes Vorbild sein kann, wenn die Eltern selbst eventuell keinen Beruf erlernt haben und auch nicht arbeiten wollen, aber zum anderen auch deshalb, da man als Kind von arbeitslosen Eltern, die Hartz-4 beziehen, in der Falle sitzt. Man kann keinen Führerschein machen, da man das Geld nicht an die Seite legen kann, geschweige denn überhaupt ein Bankkonto mit zu viel Guthaben führen. Man darf keinen Nebenjob über 100 Euro im Monat, bzw. 1.200 Euro im Jahr, annehmen, da sonst Bezüge bei den Eltern gekürzt werden.

Denn solange man noch zu Hause wohnt, zählt man zur sogenannten “Bedarfsgemeinschaft” und ein mögliches Ausbildungsgehalt oder der Nebenjobverdienst wird automatisch angerechnet und die Bezüge dementsprechend gekürzt. Das heißt für die Jugendlichen, dass man ihnen direkt das hart erarbeitete Geld wegnimmt. Wer arbeitet dann schon gerne X Stunden im Monat nur damit die eventuell faulen Eltern einem das Geld am Ende abknöpfen weil diesen das Hartz-4 gekürzt wird?

Wo findet man schon einen seriösen Arbeitgeber, der einen nur mit einer so stark limitierten Stundenzahl beschäftigt um nicht über diese Verdienstgrenze zu kommen? Im Prinzip kann man nur Zeitungen oder Prospekte verteilen, da eh nicht mehr Geld bei einem ankommen würde. Es wird einem gezeigt, dass mehr zu arbeiten sich leider nicht unbedingt lohnt!

Noch dazu erwartet einen das absolute Versagen unserer Ämter und deren Vorschriften, sollten die Eltern beim Jobcenter gemeldet sein. Dann bekommt man keine Unterstützung bei der Ausbildungsstellen-Suche von der Arbeitsagentur (selber erlebt!), da diese dann nicht zuständig sind. Selbst dann nicht, wenn es sich um einen von der Schule veranstalteten Beratungstermin in der Schule handelt!

Leider genießt das Jobcenter zu Recht einen schlechteren Ruf als die Bundesagentur für Arbeit und hat noch schlechtere Jobangebote zu vermitteln.

Wie sollen sich die Jugendlichen denn dann von ihren Eltern ablösen können? Wie soll ihnen das Arbeiten denn dann ein besseres Leben ermöglichen? Wie soll ihnen dieser Umgang denn Lust auf das Arbeitsleben bringen? Genau das Gegenteil ist oftmals der Fall!

Verhalten von Arbeitgebern

Viele Arbeitgeber sollten auch an ihrem Bewerbungsmanagement arbeiten. In einem Zeitalter, in dem fast jedes Unternehmen jederzeit online und erreichbar ist und das meist auf 10 Plattformen, vermittelt es keine gute Einstellung gegenüber dem Bewerber, wenn auf gute Bewerbungen nicht einmal eine kurze Absage zurückgeschickt wird.

Noch peinlicher ist es, wenn man nach dem ersten Ausbildungsjahr noch eine Absage zugeschickt bekommt, obwohl man die Ausbildung bei genau dem Unternehmen aktuell macht! Fehler können passieren, aber wie kann es überhaupt sein, dass es ein Jahr dauert bis ein solches Schreiben verschickt wird?

Mein Mann wurde bei der Ausbildungssuche bei einem großen deutschen Unternehmen, einem ehemaligen Staatsunternehmen, zu einem Assessment-Tag eingeladen. Nachdem Stunden ins Land gezogen sind, Tests gemacht wurden, Vorstellungsrunden absolviert wurden war der Dank am Ende die Verkündung, dass es gar keine Ausbildungsstelle gibt. Stattdessen gab es nur die Chance (!) für das Folgejahr auf eine Liste möglicher Kandidaten aufgenommen zu werden. Da soll man noch motiviert sein?

Schlechte Aussichten

Und der traurigste Grund ist wohl, dass die Vergütung in etlichen Berufen grade einmal knapp über dem durchschnittlichen Arbeitslosengeld liegt, weshalb es für viele Jugendliche unattraktiv wird, sich überhaupt um einen Job bzw. eine Ausbildung zu bemühen. Wer steht schon gerne jeden morgen früh auf und arbeitet fast 50 Stunden in der Woche, nur um 5 Euro mehr zu haben als der Nachbar, der sich jeden Tag auf seiner Terrasse sonnen kann.

Während mein Mann und ich uns während der Ausbildung darum bemüht haben, die monatlichen Kosten zu zahlen und noch genug Geld an die Seite zu packen und dafür sogar die Heizung runtergedreht und auf den Stromverbrauch geachtet haben, hat der jüngere Hartz-4-Empfänger zwei Stockwerke unter uns den ganzen Tag Party gemacht und ist im tiefsten Winter mit kurzer Hose durch seine auf 30 °C aufgeheizte Wohnung spaziert. Das macht einen schon sauer und lässt einen daran zweifeln, ob es das wert ist sich jeden Tag abzumühen wenn jemand anders mit Null Leistung durchs Leben kommt.

In einigen Berufen verdient man mittlerweile nicht einmal mehr genug, um eine dreiköpfige Familie ernähren zu können. Darum arbeiten immer häufiger beide Elternteile, damit diese zumindest die Fixkosten abdecken können. Nicht selten verdienen die kleinen Influencer bei Instagram schon mehr als unsere hart arbeitenden Pflegekräfte. Dies ist natürlich nicht das Problem der gut verdienenden, denn solange es eine Nachfrage gibt und jemand bereit ist ihnen viel Geld zu zahlen ist dies natürlich

Arbeiten wird für unsere Jugend nicht grade ansprechend vermarktet, sodass jeder aus nachvollziehbaren Gründen seine Zukunft eher als Influencer oder Youtuber sieht. Nur leider ist den meisten nicht bewusst, dass dafür oftmals noch mehr Arbeit nötig ist, als in einem “normalen” Job, um überhaupt bekannt zu werden, . Allerdings kommen solche Wünsche nicht von ungefähr, da das Lebensmodell “Arbeiten bis zur Rente” auch für diese nicht mehr zeitgemäß ist. Denn mit einem Renteneintrittsalter von bald über 70 Jahren vergeht einem schon vor dem ersten Arbeitstag die Lust auf die Zukunft. Ein Haus wie das der Eltern kann man sich auch als absoluter Top-Verdiener kaum noch leisten. Es ist sogar die Rede davon, dass die Wochenarbeitszeit erhöht werden solle um Renten ausschütten zu können, die man selber vermutlich niemals erhalten wird. Es sind einfach keine attraktiven Zukunftsaussichten mit denen versucht wird einen aus der Reserve zu locken.

Hier darf sich in Deutschland gerne noch ganz viel ändern. Wir müssen die Jugend stärken, unterstützen und leiten. Ihnen Steine in den Weg zu legen mag Sie eventuell klüger, reifer und erfahrener machen, jedoch nur bis zu einer gewissen Grenze. Nachwuchskräfte fehlen an allen Ecken und Enden. Geben wir ihnen doch die Chance, sich frei zu entfalten und eventuell auch unabhängiger zu werden, damit wir die Arbeitslosenrate weiter senken können und die Menschen der Zukunft auch wieder gerne ihre Arbeit verrichten.

Fazit: Ist es wirklich so schlimm?

Letztendlich muss man sich allerdings die Frage stellen, ob alles wirklich so schlimm ist wie es viele behaupten. Denn jeder der sich über die faulen Jugendlichen aufregt muss nur an seine eigene Schul- und Ausbildungszeit zurückdenken. Haben nicht die meisten in den letzten Jahren auf der Schule mal einen Durchhänger gehabt und mal geschwänzt oder aufgehört die Hausaufgaben zu machen? Haben nicht früher schon viele Leute davon geträumt Schauspieler, Sänger oder “It”-Girl zu werden statt einem Beruf welcher der Allgemeinheit wirklich etwas bringt nachzugehen, und das lange bevor es Youtube und Instagram gegeben hat?

Man sollte nicht vergessen, dass die Jugend schon immer laut der älteren Generation faul ist und aus ihr nichts wird. Nicht umsonst schrieb schon Sokrates mehrere hundert Jahre vor der Geburt Christi:

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”

 

Der Beitrag Warum die Jugend die Lust am Arbeiten verloren hat erschien zuerst auf Jobfails.

]]>
https://www.jobfails.de/warum-die-jugend-die-lust-am-arbeiten-verloren-hat/feed/ 0